Heimatlos und auf der Flucht?

Auf der Flucht - aktuell

Zurzeit erreichen uns von allen Seiten die unterschiedlichsten Meinungen und Eindrücke zur Flüchtlingssituation allgemein oder ganz speziell in Traiskirchen, in Thalham oder aktuell am Westbahnhof und Ostbahnhof in Wien oder auf den Bahnhöfen in Salzburg und Graz, wo Menschen auf der Flucht von der Caritas versorgt werden. Oft fällt es schwer, hierbei den Überblick zu behalten und zu differenzieren. Deshalb bieten wir euch hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Fakten sowie Unterrichtsmaterialien zum Thema Flucht.

Was zu beobachten ist: Die Solidarität der Menschen in Österreich mit den ankommenden Flüchtlingen ist enorm. Unzählige Freiwillige melden sich bei der Caritas, um mitzuhelfen und zu spenden. Ebenso erhält die youngCaritas täglich Anrufe und Anfragen von engagierten LehrerInnen, die mit ihren Klassen nach Schulstart  Bewusstseinsbildung machen und sich aktiv für Flüchtlingskinder und Menschen auf der Flucht einsetzen möchten.

Was können Sie aktuell am besten mit ihrer Klasse tun?

Vielen Dank für Ihr Engagement!

Fakten
Derzeit sind rund 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Krieg, Hunger, Verfolgung, Unterdrückung oder Klimakatastrophen zwingen Menschen ihr Zuhause zu verlassen. Der Großteil von ihnen sind Binnenflüchtlinge, viele suchen Zuflucht in den Nachbarländern und nur ein sehr kleiner Teil begibt sich auf die gefährliche Reise nach Europa.

Da es keine legalen Wege nach Europa gibt, müssen sich die Menschen an Schlepper wenden. Die Flucht nach Europa kostet viel Geld und ist mit enormen körperlichen und seelischen Strapazen verbunden. Deshalb begeben sich oft die Personen auf den Weg, denen man am ehesten zutraut anzukommen – häufig junge Männer – in der Hoffnung, dass sie sich in einem sicheren Land eine neue Heimat aufbauen und die restliche Familie legal nachholen können.

Österreich hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Unterzeichnung der Genfer Flüchtlingskonvention verpflichtet, Flüchtlingen Asyl und Schutz zu bieten. Wer als Flüchtling gilt nach der Konvention:

eine Person, die sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt oder in dem sie ihren ständigen Wohnsitz hat, und die wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung eine wohlbegründete Furcht vor Verfolgung hat und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Furcht vor Verfolgung nicht dorthin zurückkehren kann.

Die EU-Mitgliedstaaten, Norwegen, Island und die Schweiz haben in den Dublin-Verordnungen geregelt, welches Land innerhalb der EU für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig ist. Demnach muss das Verfahren in dem Land durchgeführt werden, in dem der Asylsuchende zum ersten Mal nachweislich die EU betreten oder Asyl beantragt hat. Diese Regelung stellt für die Länder an den EU-Außengrenzen eine hohe Belastung dar und führt zu einer ungleichen Verteilung der Asylanträge innerhalb der EU.

Was die Caritas tut
Die Caritas unterstützt im Rahmen der Grundversorgung  (Quartiere und mobile Betreuung) circa 30 Prozent der AsylwerberInnen in Österreich. Neben der Abdeckung der Grundbedürfnisse werden von der Caritas auch Rechts- und Sozialberatungen sowie pädagogische und therapeutische Hilfeleistungen angeboten.

Im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen z.B. ist die Caritas vor Ort und versorgt die Menschen mit Sachspenden. Dank der überwältigenden Hilfsbereitschaft sind die Spendenlager derzeit gut gefüllt und werden jetzt von MitarbeiterInnen und Freiwilligen sortiert und verteilt.

Aktuell ist die Caritas für Menschen auf der Flucht in der Nothilfe, in der Grundversorgung, in der Wohnraumschaffung und Wohnraumvermittlung,  auf politischer Ebene und in der Koordination von Freiwilligen tätig.

Auf der Seite https://www.caritas.at/aktuell/kampagne/hungerkampagne/flucht/ findet man einen Überblick, wie man Flüchtlingen in Österreich helfen kann und was wo gebraucht wird.